Werkbank statt Schulbank

Resozialisierungsprojekte, die eine Bochumer Stiftung mit Jugendlichen in Chile durchführt, stoßen im Gastgeberland zunehmend auf Kritik. So würden die sprachunkundigen Jugendlichen zur Arbeit gezwungen und nur unzureichend betreut.

Raus aus ihrem alltäglichen Umfeld und im Ausland bis zu einem Jahr lang neue Eindrücke sammeln: So sollen Jugendliche mit familiären Problemen, aber auch junge Straftäter im Alter von 14 bis 17 Jahren wieder auf die rechte Bahn gelenkt werden. Das jedenfalls ist das Konzept der Bochumer Stiftung Life Jugendhilfe. „Die Jugendlichen kommen meist direkt von der Straße. In ihren Familien haben sie bisher keine Anerkennung oder Zuspruch erhalten. Das soll in den Gastfamilien anders werden und wird täglich überprüft“, sagt Life-Projetleiter Gerd Lichtenberger.

Doch jetzt ist die Stiftung in Chile unter Druck geraten. Die staatliche Jugendbehörde des Landes (Sename) ermittelt gegen Mitarbeiter von Life vor Ort. „Wir haben den Verdacht“, so Sename-Direktorin Delia del Gatto, „dass den Kindern fundamentale Rechte vorenthalten werden“. Anders als von Lichtenberger behauptet, sei Life vor zwei Jahren nicht von der Jugendbehörde geprüft und „für gut befunden“ worden. In Wahrheit habe es bereits vor anderthalb Jahren ein Treffen mit Life-Vertretern gegeben, bei dem ihnen gesagt worden sei, „dass wir ihre Methode total ablehnen“. (…weiterlesen…)

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2003/08/13/a0111

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