Deutschland und die Welt

Heftiges Gepolter weckt das Ehepaar K. in Mammersreuth am 12. September 1946 gegen 3.30 Uhr. Aus dem Zollbüro unter der Wohnung dringen langgezogene „Au!“-Rufe, die in Stöhnen und Röcheln übergehen. Ein Schleifgeräusch, das Repetieren eines Gewehrs, ein Schuss. Dann ist Stille. Das Paar postiert sich an unterschiedlichen Fenstern und wartet. Geraume Zeit später springt ein Mann, mit Umhang und Mütze angetan, aus dem Fenster im Erdgeschoss und geht Richtung Grenze. Im vollen Mondlicht wollen beide Zeugen erkannt haben: Es war Hans Burkert.

Als der wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilte Zollassistent Hans Burkert vom Schwurgericht des Landgerichts Weiden 1952 freigesprochen wird, hat er sechs Jahre im Gefängnis verbracht. Weinend schließt er Frau und Sohn, der nach seiner Festnahme geboren wurde, in die Arme. Vor dem Gerichtsgebäude brandet Beifall auf. Die Menschenmenge erdrückt den 37-Jährigen fast, wildfremde Frauen wollen ihn anfassen. Der aus Breslau stammende Burkert ist rehabilitiert.

Zum Grab des Kollegen

Riesiges Medieninteresse

Reges Schmugglerleben

Sprung aus dem Fenster

Eid gegen Eid

Tatwaffen nie gefunden

https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/vermischtes-de-welt/tod-eines-zoellners-bis-heute-ungeklaert-nach-sechs-jahren-haft-freispruch-in-spektakulaerem-mord-im-mondlicht-neu-aufgerollt-d1071342.html

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