Filmen erlaubt

Polizeieinsatz gegen Flüchtlinge in Berlin

BVG-Mitarbeiter haben verhindert, dass Zeugen den Einsatz gegen Flüchtlinge in Berlin filmen. Dabei sind solche Aufnahmen nicht verboten.

BERLIN taz | Was genau ist am Freitag bei der Fahrkartenkontrolle einer Gruppe von Flüchtlingen am U-Bahnhof Hermannplatz passiert? Kontrolleure hatten wenige Minuten vor zehn Uhr einen Flüchtling mit einer Fahrkarte erwischt, die erst ab zehn Uhr gilt. Die BVG behauptet: Nur die eine Person sei zum Aussteigen aufgefordert worden, um ein gültiges Ticket nachzulösen. Die Flüchtlinge behaupten, die ganze Gruppe sei zum Aussteigen aufgefordert worden – auch die mit zweifellos Fahrschein. Auch der Verlauf der weiteren Auseinandersetzung im U-Bahnhof ist strittig.

Die Verkehrsbetriebe werten jetzt die Videoaufzeichnungen aus der Bahn und aus dem Bahnhof aus. Dort werden aber nur Bilder aufgezeichnet, keine Töne. Und die BVG-Mitarbeiter haben auch aktiv verhindert, dass weitere Beweisaufnahmen von anderen Fahrgästen angefertigt werden.

Das zeigt das bisher einzige öffentlich bekannte Video von dem Vorfall, das jemand mit seinem Handy aufgenommen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Einsatz schon recht weit fortgeschritten: Die Flüchtlinge liegen auf dem Boden, Polizisten knien auf ihnen, legen ihnen Handschellen an und führen sie ab. Eine Reihe von Zeugen beobachtet das Geschehen.

„Verboten, verboten“, sagt ein anderer Fahrgast zu dem, der die Szene mit dem Handy aufzeichnet. „Nix verboten“, antwortet der. Ein Polizist schaltet sich ein: „Nein, ist nicht verboten.“ Eine halbe Minute später wiederholt sich die Auseinandersetzung. „Muss das sein?“, fragt jemand den Filmer und fordert: „Aus!“ Der Polizist von vorhin ist inzwischen weitergegangen. Stattdessen kommt jetzt ein BVG-Mitarbeiter, verstellt den Blick auf das Geschehen und hebt die Hand zur Kamera. Dann bricht die Aufnahme ab. (…weiterlesen…)

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