Hoeneß und Schottdorf: Staatsanwalt jagt die Verräter

Wenn Journalisten in Bayern geheime Papiere aufdecken, um bedeutende Beutelschneider und Lumpen an den Pranger zu stellen, steht die Justiz in München Kopf. Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich offenbar mehr mit den Aufdeckern und Verrätern als mit den verfolgten Tatverdächtigen. Zwei aktuelle Beispiele.

Der Fall Hoeneß, der Fall Schottdorf und die Staatsanwaltschaft München I – es gibt verblüffende Parallelen. Beide Männer sind einflussreiche Multimillionäre mit Dreck am Stecken und gutem Draht zur Politik. Der eine „FC Bayern München“-Präsident, der andere Augsburger Oberhaupt der deutschen Labormedizin. Sie sollen unsere Gesellschaft um hohe Summen geschädigt haben, der eine im Steuer-, der andere im Gesundheitswesen. Und was macht die Staatsanwaltschaft München I? Sie geht eifrig ans Werk, wenn die Tatverdächtigen mit Verdächtigungen und Strafanzeigen gegen unliebsame Informanten und störende Journalisten vorgehen. Dass charakterfeste Beamte möglicherweise einem Journalisten vertrauliche Informationen geben, im Rechtschargon „Geheimnisverrat“ genannt,  bringt die bayerischen Justiz offenbar stärker in Wallung als der Verdacht von Lug und Betrug im großen Stil.

Razzia beim Finanzamt
Fußballmanager Uli Hoeneß, in sechs Wochen wegen seines Steuerprozesses vor Gericht,  erstattete Strafanzeigen gegen Unbekannt, weil brisante Papiere seiner Steuerakten an die Presse gelangt sind. Auf der Suche nach der undichten Stelle tritt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch eine Ermittlungslawine los: Hausdurchsuchungen bei mehreren Finanzämter. Verdächtig sind alle Beamten, die möglicherweise Zugriff zu den Hoeneß-Akten hatten. (…weiterlesen…)

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