Schwerbehinderter stirbt nach Polizeieinsatz

Schwere Vorwürfe gegen die Neuwieder Polizei: Die Eltern des schwerbehinderten Jörg Henrichs (50) haben zwei Beamte der Wache angezeigt. Der gehörlose und sprachbehinderte Mann soll „mit einem Schlagstock sowie Fäusten und Tritten traktiert“ worden sein; wenige Tage später starb er im Krankenhaus.

Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen bestätigte unserer Zeitung die Anzeige, teilte jedoch mit, dass sich seine Ermittlungen auf den Vorwurf der Körperverletzung im Amt konzentrieren. Nach Obduktion und ergänzend eingeholtem neuropathologischen Gutachten sei der 50-Jährige eines natürlichen Todes gestorben. „Eine äußere Einwirkung konnte nicht nachgewiesen werden. Damit dürfte ein strafrechtlich relevanter Zusammenhang zwischen Polizeieinsatz und Todesfolge wohl nicht zu begründen sein“, sagte Wissen.

Die Eltern sehen das anders. Sie glauben, dass der Schlaganfall eine Folge des Einsatzes ist. Ihr Rechtsanwalt Jürgen Trapet (Koblenz) zitiert dazu den Obduktionsbericht. Als Todesursache komme ein Blutgerinnsel in der Hirngrundschlagader in Betracht. Und weiter: „Eine vertebrale Arterienthrombose könnte durch eine Verletzung der Gefäßwand bei einer körperlichen Auseinandersetzung entstanden sein.“

Auch Holger Weis, der mit dem Verstorbenen zusammengewohnt hat und sich selbst als „guten, alten Kumpel“ sowie Betreuer bezeichnet, glaubt nicht an einen natürlichen Tod. Für ihn soll hier „etwas unter den Teppich gekehrt“ werden. Denn Jörg Henrichs sei bis auf Diabetes und Bluthochdruck kerngesund gewesen. Nach dem von ihm selbst beobachteten Polizeieinsatz sei er „apathisch und nicht mehr in der Welt gewesen“.

http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Schwerbehinderter-stirbt-nach-Polizeieinsatz-Eltern-zeigen-Neuwieder-Beamte-an-_arid,1194671.html#.U_NpkmPOi95

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