Bochumer Web-Schule sieht sich kritischen Fragen ausgesetzt

Bochum.   Warum erhält sie 800 Euro für vier Stunden Fernunterricht, wie im Fall „Paul“? Schwerer Vorwurf gegen einen Mitarbeiter.

Zu einer gewissen Bekanntheit hat sie es längst gebracht. Spätestens als die Kaulitz-Brüder Tom und Bill der Teenie-Band Tokyo Hotel vor einigen Jahren ihren Abschluss an der Bochumer Web-Schule machten, war sie in vieler Munde. Über den Popularitätsfaktor hinaus hat sie sich bundesweit längst in der Fachwelt einen Namen gemacht. Nun droht der Aspekt „öffentliche Aufmerksamkeit“ umzuschlagen.

Dass der in Ungarn im Auftrag des Jugendamt Dorstens von der Bochumer Life Jugendhilfe betreute, elfjährige Junge „Paul“ von der Web-Schule unterrichtet wird und diese für vier Wochenstunden ein monatliches Entgelt von 800 Euro erhält, macht stutzig. Wofür so viel Geld bei so wenig Leistung? Was ist das für eine Schule?

787 Euro Pauschalpreis pro Monat
„Paul wird sofort mehr Schulunterricht bekommen, sobald der Therapeut das empfiehlt“, sagt Sandra Lichtenberger (35). Ihre Schule biete für einen Pauschalpreis von monatlich 787 Euro jeden Tag sechs Stunden Unterricht an. Zwischen 8 und 16 Uhr stehen die Lehrer den insgesamt 140 Schülern für Anfragen und Austausch via Skype zur Verfügung, nachdem sie morgens allen je nach Leistungsstand Aufgaben zugeschickt und ebenfalls via Skype erklärt haben. Eine Prüfungskommission, der die von jedem Schüler bearbeiteten Materialen vorgelegt werden, entscheide letztlich, wer zur Prüfung zugelassen werde. Am Ende stehe dann ein staatlicher anerkannter Schulabschluss – etwa so wie bei einem Hauptschulabschluss, der über die VHS erlangt wird.

Anders ist die Web-Schule, weil die „Klassen“ mit bis zu 15 Schülern pro Lehrer eben nicht physisch in einem Raum sitzen, sondern Schülerinnen und Schüler im Alter von derzeit zwischen acht und 21 Jahren verstreut in der ganzen Republik und darüber hinaus Unterricht daheim vor dem PC bekommen. Sie sind alle von der Schulpflicht befreit, weil sie am Asperger-Syndrom – einer Entwicklungsstörung – leiden, Mobbingopfer sind, traumatisiert sind, nachdem sie einen Amoklauf an einer Schule erlebt haben, oder aus anderen Gründen.

Besondere Belastungen
(…weiterlesen…)

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochumer-web-schule-sieht-sich-kritischen-fragen-ausgesetzt-id10640798.html

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.