Jugendhilfeskandal weitet sich aus:

247 Heimkinder aus NRW ins Ausland verschickt

Das System der Jugendhilfe ist mangelhaft, wie der Skandal in Gelsenkirchen zeigt. Der Jugendamtsleiter hat nach Recherchen der WDR-Redaktion „die story“ trotz Verbots der Stadt bei Jugendhilfemaßnahmen in Ungarn die Fäden gezogen.

Der Skandal rund um das Jugendamt in Gelsenkirchen weitet sich erneut aus. Dies berichtet WESTPOL am Sonntag (10.05.2015, ab 19.30 Uhr im WDR Fernsehen). Der Leiter des Gelsenkirchener Jugendamts und sein Stellvertreter haben offenbar Geld damit verdient, schwer erziehbare Jugendliche in pädagogisch fragwürdige Maßnahmen im Ausland zu vermitteln. Sie haben ein Beziehungsgeflecht geknüpft, das offenbar niemand überwacht hat. Denn eine Art Aufsicht oder auch nur eine Übersicht über die verschiedenen Auslandsbetreuungen gibt es nicht.

Betreuung fernab der Heimat

Alfons Wissmann, Leiter des Gelsenkirchener Jugendamts, und sein Stellvertreter Thomas Frings haben 2004 im ungarischen Pécs eine Gesellschaft namens Neustart gegründet. Jugendliche sollten hier fernab der Heimat intensiv-pädagogisch betreut werden. Eine Nebentätigkeit, die die Stadt Gelsenkirchen erst genehmigt, dann wegen der offensichtlichen Interessenkollision untersagt. Beide überschreiben deshalb ihre Gesellschafteranteile an Familienangehörige. Aber im Hintergrund zieht Wissmann entgegen der Weisung seines Arbeitgebers weiter die Fäden. Der WDR-Doku-Redaktion „die story“ und WESTPOL liegt eine E-Mail vor, die belegt: Wissmann gibt den Mitarbeitern in Ungarn auch Monate später noch klare Arbeitsaufträge und Anweisungen: „Die Arbeit wird neu verteilt…Dieses ist keine Bitte, sondern eine Anordnung und ist zu befolgen…Ich erwarte nun täglich eine Mail von Neustart bezüglich der Tagesstruktur.“

OB kündigt juristische Schritte an

247 Kinder weltweit verschickt

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http://www1.wdr.de/themen/politik/jugendhilfeskandal-100.html

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