Weitere Konsequenzen nach Jugendamtsskandal:

Nach dem Jugendamtsskandal in Gelsenkirchen ist der ehemalige stellvertretende Jugendamtsleiter gestern Abend auch im Vorstand des Kinderschutzbundes abgewählt worden. Seinen Posten dort hatte er ausgenutzt, um Kinder in ein von ihm betriebenes ungarisches Heim zu schicken. Der Mann hatte den Vorstand nicht über das Vorhaben informiert. In der Satzung des Kinderschutzbundes ist aber ausdrücklich von einem Vier-Augen-Prinzip bei solchen Verträgen die Rede.

http://www1.wdr.de/studio/essen/nrwinfos/nachrichten/studios122412.html

 

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Gelsenkirchener machten sich Luft zum Jugendamtsskandal

Gelsenkirchen. Um „Anregungen für den Untersuchungsausschuss“ zu sammeln, puzzelte die CDU am Wochenende in Gelsenkirchen auf dem Bahnhofsvorplatz.
Schon gleich zu Beginn ihrer Aktion auf den Bahnhofsvorplatz hätte sich die CDU Gelsenkirchen kaum mehr Aufmerksamkeit wünschen können: Der Laster fuhr vor, der Sand für den Beach-Club wurde abgeladen: „Was ist denn hier los?“ fragten viele Passanten am Samstag, etliche blieben hängen und suchten das Gespräch.
So munter das Bild – eine Strand-Ecke, Liegestühle, aufblasbare Palmen – auch wirkte, es ging um das Thema, was seit Wochen Gelsenkirchen umtreibt: der Jugendamts-Skandal. Zusammen mit ihren Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Heinberg waren rund 30 CDU-Mitglieder in der Innenstadt im Einsatz, zu erkennen an ihren einheitlichen schwarzen Poloshirts. Sie baten Passanten, ihre Meinung, Wünsche oder Kritik auf ein großes Puzzle-Teil zu schreiben. Heinberg: „Wir sammeln diese Fragen als Anregungen für den Untersuchungsausschuss.“

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http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/cdu-befragt-die-buerger-id10828591.html

Nach Misshandlungsvorwürfen:

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben Beschuldigte aus Eifeler Jugendhilfe-Einrichtung

(Daleiden/Trier) Die Misshandlungs-Ermittlungen gegen Mitarbeiter einer Eifeler Jugendhilfeeinrichtung dauern an. Der mit neuen Vorwürfen konfrontierte Träger hat inzwischen Widerspruch gegen den Entzug der Betriebserlaubnis eingelegt.

Die Vorwürfe wiegen schwer: In der Daleidener Einrichtung des privaten Trägers Jugendhilfe Eifel sollen Kinder und Jugendliche mit Wasser und Brot in einem unsanierten Teil des Gebäudes bestraft worden sein. Wegen der Misshandlungsvorwürfe ermittelt die Trierer Staatsanwaltschaft inzwischen gegen sieben Beschuldigte, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Gegen die Mitarbeiter bestehe der Anfangsverdacht, an einzelnen Vorfällen beteiligt gewesen zu sein, so Fritzen. Die Betreiber der Einrichtung zählten nicht zu den Beschuldigten.

Details zu den Vorwürfen nennt der Chef-Staatsanwaltschaft nicht, „um die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen“, wie es offiziell heißt. Die Vernehmungen auch der Kinder seien noch nicht abgeschlossen.

Das Landesjugendamt hatte Ende April Strafanzeige gestellt, weil in der Einrichtung in Daleiden (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Kinderrechte missachtet worden sein sollen. Erst später wurde bekannt, um welche Vorwürfe es sich handelte. Nach und nach holten mehrere regionale Jugendämter die von ihnen dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen aus der Einrichtung und verteilten sie auf andere Häuser. Bis zu zwölf Kinder sollen in Daleiden betreut worden sein. Ende Mai entzog das Landesjugendamt der Einrichtung „mit sofortigem Vollzug“ die Betriebserlaubnis. Inzwischen hat der Träger gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt, bestätigten ein Sprecher der Jugendhilfe Eifel und Silvia Kitzinger vom Landesjugendamt.

Derweil haben sich die Vorwürfe gegen die Daleidener Einrichtung offensichtlich manifestiert.

Träger sagt Unterstützung zu

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http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/pruem/aktuell/Heute-in-der-Pruemer-Zeitung-Nach-Misshandlungsvorwuerfen-Staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-sieben-Beschuldigte-aus-Eifeler-Jugendhilfe-Einrichtung;art8111,4247539

Flucht aus dem Kinderheim: Was hat es mit Daves (12) Verschwinden auf sich? Lies mehr über Flucht aus dem Kinderheim: Was hat es mit Daves (12) Verschwinden auf sich? – RTL.de bei www.rtl.de

Wurde der Zwölfjährige ein „Justizopfer“?

Die niedersächsische Gemeinde Friedeburg rätselt derzeit über einen ungewöhnlichen Vermisstenfall. Bereits seit dem 11. Juni ist der zwölfjährige Dave, der in der ostfriesischen Stadt zusammen mit anderen Kindern in einer sozialen Einrichtung lebt, verschwunden. An jenem Donnerstag wurde er laut ‚Ostriesen-Zeitung‘ zum letzten Mal in der Wohngruppe gesehen und ist seither auch nicht mehr in der Schule im nahe gelegenen Wittmund erschienen. Die sofort eingeleitete Suche der Polizei verlief bisweilen erfolglos, der Junge konnte bei keiner der möglichen Anlaufstellen von den Beamten ausfindig gemacht werden.

Am 18. Juni, etwa eine Woche nach dem rätselhaften Verschwinden von Dave, richtete sich plötzlich eine Aktivistin der DGfB (‚Deutsche Gesellschaft für Bürgerrechte‘) via Facebook an die Öffentlichkeit und erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. So sei der Junge ein „Justizopfer“, das gegen seinen Willen vom zuständigen Jugendamt im Kinderheim untergebracht worden ist, obwohl es bei seinem Vater und seiner Schwester leben möchte. Wegen „unzumutbarer Lebensumstände im Heim“ und der Sehnsucht nach seiner Familie sei der Zwölfjährige offenbar bewusst geflohen und befinde sich gegenwärtig „in der Obhut verantwortungsbewusster Bürger“. Dave werde nicht eher wieder auftauchen, „bis die Rückkehr in sein Elternhaus zum leiblichen Vater gewährleistet ist“, heißt es in dem Facebook-Beitrag weiter. (…weiterlesen…)

http://www.rtl.de/cms/flucht-aus-dem-kinderheim-was-hat-es-mit-daves-12-verschwinden-auf-sich-2354165.html?c=9851&i=23

Jugendhilfe in Pinneberg auf dem Prüfstand

Christoph Helms als neuer Fachdienst- und Jugendamtsleiter will Jugendhilfe messbar machen. Die Kosten sind enorm gestiegen.

Kreis Pinneberg. In keinem anderen Bereich sind die Ausgaben so gestiegen wie in der Jugendhilfe. 31 Millionen Euro gibt der Kreis Pinneberg für zurzeit 2263 Fälle aus, neun Millionen Euro mehr als 2011. Allein die Kosten für die Schulbegleitung sind explodiert – von 11.000 Euro im Jahr 2008 auf zwei Millionen Euro 2014, sagt Christoph Helms. Der Fachdienstleiter für Jugend und soziale Dienste, der heute Leiter des Kreis-Jugendamtes werden soll, will die Jugendhilfe auf den Prüfstand stellen. „Wir müssen das messbar machen und hinterfragen, ist es gut für das Kind, was wir machen. Kriegen sie die Qualität an Hilfen, die sie brauchen?“

Seine 100 Mitarbeiter seien sehr engagiert, hat Helms festgestellt, der seit einem halben Jahr im Amt ist. „Sie fühlen sich für jeden einzelnen Fall verantwortlich und machen eine sehr anspruchsvolle Arbeit.“ Immer drohe eine öffentliche Skandalisierung wie im Fall der Jugendeinrichtung Friesenhof in Dithmarschen, die die Landesregierung jetzt geschlossen hat, nachdem erneut Misshandlungen von dort untergebrachten Mädchen publik wurden .

Auch der Kreis Pinneberg hatte dort ein 13 Jahre altes schwer verhaltensauffälliges Mädchen bis zum Januar 2014 untergebracht. Als diese klagte, sie sei von einem Betreuer geschlagen worden, sei sie sofort abgeholt und anderweitig untergebracht worden. Der Kreis arbeite hier bundesweit mit 100 Einrichtungen zusammen, wo zurzeit 359 Mädchen und Jungen aus dem Kreis Pinneberg leben. Der betroffene Mitarbeiter des Friesenhofes sei nach dem Vorfall sofort vom Dienst suspendiert worden, weiß Helms von seinen Kollegen. „Wir haben die Zusammenarbeit aufgekündigt. Meine Kollegen waren von dem pädagogischen Konzept ohnehin nicht überzeugt.“

Alle Einrichtungen würden überprüft, die Kinder und Jugendlichen ein bis zweimal im Jahr besucht, erklärt der Jugendhilfe-Chef. Für den Notfall habe jedes Kind die Handynummer des zuständigen Mitarbeiters der Kreisverwaltung, um Hilfe zu rufen. Und trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen könne er niemals sicher sein, dass es zu Übergriffen käme. „Wir haben da aber auch bisher Riesenglück gehabt“, gibt Helms unumwunden zu.

Durchschnittliche Verweildauer im Heim beträgt 26 Monate

Schultraining letzte Stufe vor Heimunterbringung

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http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article205394287/Jugendhilfe-in-Pinneberg-auf-dem-Pruefstand.html

Remscheid: Heimkind findet in Portugal richtigen Weg

Remscheid. Anny L.* (15) kam nicht mehr klar, nicht mit den Eltern, der Schule, den Leistungsansprüchen. Sie hing ab, nahm Drogen und ging etwas freizügig mit ihrem Körper um. Eine sehr auffällige Jugendliche, die in der Sackgasse steckte.

Aber inzwischen lebt sie ein anderes Leben, nachdem sie von Remscheid nach Portugal zog und bei „Ersatzeltern auf Zeit“ erst einmal mit einer neuen „reizarmen Umgebung, mit einer neuen Sprache, einer anderen Schule klar kommen musste“, berichtet Dirk Achenbach, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) bei der Stadt.

Anny (Name/Alter von der Redaktion geändert) ist eine von drei Jugendlichen, die das Jugendamt zurzeit im Ausland untergebracht hat. Über die skandalösen Umstände, unter denen beispielsweise ein Heimkind aus Dorsten in Ungarn lebte, kann Achenbach nur den Kopf schütteln. In irgendwelche Heime werden schwierige junge Remscheider nicht gesteckt. Vielmehr sucht das Jugendamt über erfahrene Träger Erziehungsstellen mit deutschen Standards, wenn eine Auslandsunterbringung als richtiger Weg zur Besserung gesehen wird. „Das sind Familien, die teilweise eigene Kinder haben. Mindestens einer hat eine pädagogische Ausbildung oder ist Sozialarbeiter“, sagt Achenbach. Seine Mitarbeiter besuchen die Jugendlichen auch vor Ort.

Muss es denn ausgerechnet im Ausland sein? mögen sich manche fragen, die angesichts explodierender Sozialausgaben der Kommune auf die Kosten schauen. Diese Variante der Hilfen zur Erziehung bilde die Ausnahme, werde sorgfältig und individuell geprüft, sagt der Leiter des ASD. Derzeit sind von 153 Kindern/Jugendlichen in Heimeinrichtungen nur drei im Ausland. (…weiterlesen…)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/heimkind-findet-in-portugal-richtigen-weg-aid-1.5166637

Jugendamt schickt 13-Jährigen zur Erziehung nach Kirgisistan

Im fernen Kirgisistan hat das Kreisjugendamt einen 13-Jährigen untergebracht, weil er hierzulande „pädagogisch nicht zu erreichen“ sei. Gefahr für den Jugendlichen sieht der Kreis trotz einer bestehenden Reisewarnung der Bundesregierung nicht.

Rhein-Sieg-Kreis. 6000 Kilometer von Siegburg entfernt hat das Kreisjugendamt einen pädagogischen Problemfall untergebracht. Ein 13-jähriger Junge aus dem Kreis lebt seit April bei einer Deutsch sprechenden Familie in Kirgisistan, die ihn auffangen soll, nachdem hierzulande alle erzieherischen Anstrengungen erfolglos waren. Zu dieser beispiellosen Maßnahme gibt es jetzt indes kritische Fragen von Politikern. Denn die ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien ist kein ungefährliches Land.

Der Hinweis auf der Internetseite des Bundesaußenministeriums ist unmissverständlich: „Bei Reisen innerhalb ganz Kirgisistans wird zu Vorsicht geraten. Gewaltsame Zusammenstöße, beispielsweise im Rahmen von Demonstrationen im Zusammenhang mit innenpolitischen Entwicklungen in Kirgisistan, können im gesamten Land nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes für das zentralasiatische Land. Reisenden wird deshalb empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden und nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu Fuß unterwegs zu sein.

Jugendliche auch in Griechenland und Estland untergebacht

 

Unterbringung sei eine „absolute Ausnahme“

 

Staatsanwaltschaft ermittelt

Zu den mutmaßlichen Vorfällen in einer Mainzer Kita hat die Staatsanwaltschaft nun Einzelheiten genannt. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler sagte dem SWR am Donnerstag, es werde bei den Ermittlungen geprüft, ob es sich um eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, fahrlässige Körperverletzung oder unterlassene Hilfeleistung handelt. Ermittlungen gegen Kinder würden nicht geführt. Diese seien wegen ihres Alters strafunmündig.

Laut Deutschler stehen folgende Vorwürfe im Raum: Kinder hätten andere Kinder unter Androhung von Gewalt genötigt, ihre Geschlechtsteile zu zeigen oder Gegenstände in den Anus einzuführen. Zudem habe es Fälle von „schlichter“ Körperverletzung gegeben. Auch seien Kinder von anderen gezwungen worden, Spielzeug abzugeben. Am Mittwoch hatte das Bistum Mainz als Träger der Einrichtung die Staatsanwaltschaft über die Vorfälle informiert. Diese hatte daraufhin das Ermittlungsverfahren eingeleitet. (…weiterlesen…)

 

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/kita-mainz-weisenau-geschlossen-sexuelle-uebergriffe-unter-kindern/-/id=1682/did=15650692/nid=1682/1mz64ud/index.html

Die Macht der Bilder

Blog: Unter uns

Die Macht der Bilder

Ein Eintrag von Claudia Engel

Schimpf und Schande sind über Dorstens Jugendbehörde wegen des Falls „Paul“ hereingebrochen. Das muss an dieser Stelle einmal kommentiert werden.

Die Öffentlichkeit ist wegen der „Monitor“-Berichterstattung am 30. April im 1. Fernsehprogramm in Aufruhr versetzt worden, weil ein Kind aus Dorsten unter angeblich fragwürdigen und unsäglichen Bedingungen im Ausland fremdbetreut wurde. „Monitor“ hat nicht mit eindrucksvollen Bildern gespart: Ein für hiesige Verhältnisse schäbiger Hof in Ungarn, ein wütender Betreuer, eine in Tränen aufgelöste Mutter – Emotionen pur, die beim Zuschauer den Eindruck erwecken, dass hier ein Kind entsetzlich schlecht behandelt und vernachlässigt wird, profitgierige Menschen mit seinem Schicksal dagegen Kasse machen.

Starke Eindrücke …

 

Seele von Mensch … (…weiterlesen…)

http://www.dorstenerzeitung.de/blogs/dorsten/Die-Macht-der-Bilder;art145889,2735203

Jugendhilfe beantwortet Fragen zum Fall „Paul“

Dorsten „Paul“ hat der individualpädagogischen Betreuung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten ein Gesicht gegeben. Nach der „Monitor“-Berichterstattung über den Dorstener Fall „Paul“ und dessen umstrittene Unterbringung auf einem Hof in Ungarn hagelt es Kritik aus allen Richtungen.

Die Dorstener Jugendbehörde, der freie Träger der Maßnahme, „Life“ in Bochum, sowie dessen Chef Gerd Lichtenberger und der Chef der Dattelner Kinder- und Jugendklinik, Dr. Rainer Dieffenbach, sind in die Schusslinie geraten. Zu Recht? Mehr Infos zu „Paul“ und Details zu dem Fall gab es im Jugendhilfeausschuss am Donnerstagabend, nachdem die SPD-Fraktion einen Fragenkatalog an die Verwaltung vorbereitet hatte und diese sie in öffentlicher und nicht-öffentlicher Sitzung beantwortete. Hier die Fragen sowie die Antworten darauf.

Gibt es im Fall „Paul“ eine konkrete pädagogische/therapeutische Diagnostik, die einen Auslandsaufenthalt empfiehlt bzw. das Auslandssetting als „Ultima Ratio“ (letztes, äußerstes Mittel) beschreibt?

Es liegt eine konkrete therapeutische Empfehlung für eine individualpädagogische Jugendhilfemaßnahme für eine 1:1-Betreuung der LVR-Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Viersen-Süchteln vor.

Dr. Rainer Dieffenbach, Chef der Kinder- und Jugendklinik in Datteln, kam erst ins Spiel, als der Vertrag mit „Life“ als Träger der Jugendhilfemaßnahme geschlossen und der Auslandsaufenthalt von der Fachklinik in Viersen-Süchteln empfohlen war. Dieffenbach sollte vor der Abreise des Kindes untersuchen, ob „Paul“ gesund ist und mit seiner Vorgeschichte nicht unter dem Auslandsaufenthalt leidet. Er gab als Facharzt grünes Licht und sicherte die Entscheidung aller Beteiligten noch einmal ab, hätte das Verfahren aber auch stoppen können, wenn aus seiner fachärztlichen Sicht Bedenken bestanden hätten.

Handelt es sich bei der genannten Fachklinik, die Paul mehrfach in Ungarn begutachtet haben soll, um die Vestische Kinderklinik Datteln?

Das ist richtig. Paul wurde am 2.10.2014, am 4.11.2014, am 1.12.2014, am 3.2.2015 und am 22.4.2015 in Ungarn von zwei Diplom-Psychologinnen der Vestischen Kinderklinik Datteln begutachtet mit dem Ergebnis, dass aus fachärztlicher Sicht die individualpädagogische Betreuung in Ungarn ein verantwortbares und geeignetes Instrument darstellt.

Hat sich das Jugendamt ein eigenes und persönliches Bild von den Bedingungen vor Ort in Ungarn gemacht?

Nein, das hat das Jugendamt nicht. Dazu besteht keine gesetzliche Verpflichtung. Die Ausgestaltung der Kontakte und Besuche von Amts wegen sind gesetzlich nicht geregelt. Vor „Pauls“ Abreise hatten der amtliche Vormund und der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) allerdings Kontakt zu dem von „Life“ ausgewählten Betreuer. Auch „Paul“ lernte seinen Betreuer hier kennen, bevor er mit ihm nach Ungarn reiste. Dorsten hat trotz der fehlenden gesetzlichen Vorgaben am 29. April 2015 entschieden, dass ab sofort bei individualpädagogischen Maßnahmen im Ausland nach Beginn innerhalb der ersten vier Wochen ein Gespräch vor Ort und anschließend alle sechs Monate ein weiterer Kontakt vor Ort stattfinden muss. Überprüft wird zudem, ob vor Beginn der pädagogischen Betreuung im Ausland die Räumlichkeiten vor Ort überprüft werden sollen.

Welche Qualifikationen hat der ungarische Betreuer von „Paul“? Ist der Mann ein Billiglohnland-Sozialarbeiter oder kann er andere Empfehlungen für die Betreuung von Kindern oder Jugendlichen nachweisen? …

Sind die Betreuer Beschäftigte des Trägers der Maßnahme oder handelt es sich um Freiberufler? Wie ist die Entlohnung des Betreuers in Ungarn gewesen, wurde er nach Tarif bezahlt? …

 

Wie geht es Paul heute, nachdem er den Aufenthalt wegen Erkrankung seines Betreuers in Ungarn abbrechen musste? (…weiterlesen…)

http://www.dorstenerzeitung.de/staedte/dorsten/Mutmasslicher-Skandal-Jugendhilfe-beantwortet-Fragen-zum-Fall-Paul;art914,2735183

Dubiose Firmen auch in Marl aktiv ? Marler Jugendliche in Kirgisistan…

Anlässlich einer Monitorsendung vom 30.4.2015 hatte die SPD -Fraktion einen Antrag gestellt, die Situation Jugendlicher darzustellen, die vom städtischen Jugendamt in Auslandsmaßnahmen untergebracht worden sind.

Das Jugendamt hatte daraufhin erklärt, dass 17 Jugendliche zur Zeit im Ausland betreut werden und man mit den freien Trägern Open Door GmbH aus Marl, Life Jugendhilfe GmbH aus Bochum und der Jugendhilfe Tecklenburg zusammenarbeiten würde.

Nach weiteren Recherchen des WDR in der Sendung „Die Story: Mit Kindern Kasse machen“, in unserer Nachbarstadt Dorsten, ist insbesondere die Life Jugendhilfe GmbH aus Bochum in Verruf geraten. Genauso kritisch wurde die Tätigkeiten des Chefarztes der Kinderklinik Datteln beleuchtet, der offenbar in Nebentätigkeit für die Life Jugendhilfe GmbH gearbeitet hat und nach den Vorwürfen seine Tätigkeit einstellen musste.

Tenor der weiteren Vorwürfe ist, dass Jugendliche ins Ausland geschickt werden und die dort betreuenden Personen überhaupt keine entsprechende Ausbildung haben. Weiterhin wird bemängelt, dass von den bis zu 8000,-€, die im Monat an die freien Träger für die Betreuung gezahlt werden nur 450-600€ im Ausland ankommen.

In dem neuerlichen Bericht des WDR wird außerdem erwähnt, das der Auslandsaufenthalt gemäß Sozialgesetzbuch nur dann in Frage kommt, wenn der Erfolg nicht im Inland erzielt werden kann. In 80 Fällen die untersucht wurden, hätte der Erfolg auch im Inland erzielt werden können. Die schon im letzten Bericht kritisierten verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Jugendamt und freien Trägern wurden auch hier wieder erwähnt.

Ermittlungen hinsichtlich der Open Door GmbH, mit der das Marler Jugendamt 14 Fälle ins Ausland geschickt hat, machen ebenso stutzig, wie diejenigen in den Berichten des WDR. (…weiterlesen…)

http://www.grünemarl.de/wordpress/?p=1277

Jugendhilfeskandal: Der billige Leumund des Dr. Dieffenbach

Der Jugendhilfe-Skandal um die Bochumer Life Jugendhilfe GmbH und das Ratsmitglied Gerd Lichtenberger (SPD) ist noch nicht vorbei. Nach einer erneuten Berichterstattung im WDR Fernsehen (die story, 02.06.2015) lässt nun Gutachter Dr. Rainer Dieffenbach, Chefarzt der Vestischen Kinder- und Jugendklink, seine Tätigkeit für die Life-Jugendhilfe ruhen. Dadurch wird jetzt klar, dass Dr. Rainer Dieffenbach für die Life-Jugendhilfe tätig ist. Das verwundert, weil er in einer Informationsveranstaltung im Rathaus Bochum als Experte zum Skandal berichtet hatte. Wäre Dr. Dieffenbach damit denn nicht befangen?

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http://www.schmidts-katze.info/2015/jugendhilfeskandal-der-billige-leumund-des-dr-dieffenbach/#more-9515

Misshandlungen im „Friesenhof“: Isolation, Schläge, Demütigungen

In der „Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof“ in Schleswig-Holstein sollen Jugendliche misshandelt worden sein. Der Fall zeigt: Die Betreuung von Minderjährigen aus schwierigen Verhältnissen überfordert viele.

Es sieht so harmlos aus, idyllisch fast. Allein der Name: Friesenhof. Die Webseite der „Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof“ zeigt Fotos vom Meer mit Segelbooten, von Feldern und dem weiten Himmel Schleswig-Holsteins. Als Adresse wird Büsum an der Nordsee angegeben, die Werbung klingt nach frischer Luft für junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen.

Das Mädchenhaus mit dem Namen Nanna im abgelegenen Ort Wrohm bot laut Selbstauskunft „14 Plätze für gewaltbereite und gewalttätige Mädchen“, um die sich deren Familien oder andere Unterkünfte nicht mehr kümmern können oder wollen. Doch nun kommen aus diesem Friesenhof Schreckensmeldungen.

Traumatisierte Kinder, raue Betreuer: „Ein fürchterlicher Teufelskreis“

Betroffene erzählen von Isolation, Schlägen, Demütigungen, Schlafentzug. Sie schildern, wie sie sich zur Leibesvisitation nackt ausziehen mussten – vor männlichen Betreuern. Dass Handys eingesammelt wurden und anderer Besitz, wie im Gefängnis. Dass sie den Kontakt zur Außenwelt verloren, als sie dieses abgelegene und von außen unscheinbare Landhaus mit der Ziegelfassade betraten. Alles sei ihr da genommen worden, „meine Freiheit“, berichtet eine Rebecca dem NDR-Programm „Panorama 3“, das sich dem Thema an diesem Dienstag widmet.

„Wir lagen dann alle in einer Reihe wie im Knast“, sagt Denise, „auf dem Boden mit den Händen auf dem Rücken, weil wir einen Aufstand gemacht hatten.“ Angelina erläutert, wie sie sich im Büro entkleiden musste: „Unterwäsche echt auf Kniehöhe runterziehen.“ Marika klagt über einen Aufseher: „Kam er rein, hat er mir erst noch in die Seite getreten und meinte, das ist mir scheißegal, wenn du verreckst.“

Am späten Montagabend dann machte das Kieler Sozialministerium noch ein sexuelles Verhältnis eines inzwischen gekündigten pädagogischen Mitarbeiters mit einer Minderjährigen publik. Die Frage ist nur: Wer hat wann davon gewusst? Nach ersten Berichten über die Zustände im Friesenhof des Landkreises Dithmarschen hatten die zuständigen Behörden jedenfalls am vergangenen Mittwoch zwei der sechs Friesenhof-Unterkünfte geschlossen.

Mehrere Mädchen versuchten im Moment ihrer Verlegung wegzulaufen und wurden von der Polizei wieder eingefangen. Zwei Insassinnen verletzten sich mit Glasscherben einer umgestürzten Vitrine, der Notarzt versorgte ihre Schnittwunden. Am Freitag stellte die Verwaltung des Friesenhofs dann Insolvenzantrag, kurz nachdem die Heimleiterin Barbara Janssen die Vorwürfe abgestritten hatte. Zu Ende ist die Geschichte deshalb keineswegs. (weiterlesen…)

mmm

http://www.sueddeutsche.de/panorama/misshandlungen-im-friesenhof-isolation-schlaege-demuetigungen-1.2511282

Jugendamt: Herner Linke will freien Träger „Life Jugendhilfe“ bannen

Herne.   Der WDR hat in dieser Woche in einem Fernsehbericht erneut Auslandsmaßnahmen von Jugendämtern kritisiert. Auch in Herne ist das Thema nicht vom Tisch.

Der WDR hat in dieser Woche nachgelegt und in der Sendung „Die Story“ unter dem Titel „Mit Kindern Kasse machen“ das System der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen durch Jugendämter im Ausland erneut hinterfragt. In Herne ist das Thema nach einer Debatte im Jugendhilfeausschuss offiziell vorerst vom Tisch. Eine Forderung steht aber nach wie vor im Raum. Auch alle Fragen sind noch nicht beantwortet.

Von einer „transparenten und lückenlosen“ Aufklärung durch die Stadt spricht Jugenddezernentin Gudrun Thierhoff. Und: Die nach den Medienberichten in die Kritik geratenen Träger „Life Jugendhilfe“ (Bochum) und St. Josef-Heim (Gelsenkirchen) würden zurzeit nicht neu von der Stadt belegt. Da „Life“ nicht den 2013 in Herne aufgestellten Qualitätsstandards entspreche, bringe die Stadt über diesen Träger sowieso keine Kinder rmehr im Ausland unter.

In Deutschland betreut „Life“ als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe zurzeit für die Stadt Herne aber nach wie vor Kinder und Jugendliche. Das ruft Daniel Kleibömer (Linke) auf den Plan. Er fordert die Verwaltung zu noch mehr Transparenz und einer stärkeren Kontrolle der Träger auf. „Life“ sei aus seiner Sicht kein seriöser Anbieter, sagt der Linke-Fraktionsgeschaftsführer. Er verweist unter anderem auf die Qualifizierungspraxis: „Life“ biete Fortbildungen in eigenen Gesellschaften an, um anschließend die Teilnehmer bei sich zu beschäftigen.

So war es auch im Fall Pascal geschehen. Wie berichtet, ließ „Life“ 2010 den damals 15-Jährigen im Auftrag der Stadt Herne von einem Ofenbauer mit einer u.a. bei „life“ erworbenen Zusatzqualifikation in Ungarn betreuen. Nach Intervention der Großmutter wurde die Maßnahme damals abgebrochen. Auf mehrfache Nachfrage der WAZ räumte die Stadt jüngst das Versäumnis ein, die Betreuung trotz der Hinweise auf Missstände vor Ort nicht kontrolliert zu haben.

Der WDR stellte in seinem jüngsten Bericht auch die Kooperation zwischen „Life Jugendhilfe“ und der Kinder- und Jugendpsychatrie Datteln in Frage. Es gebe eine Interessenskonflikt, so der Vorwurf. Die Einrichtung profitiere davon, wenn sie eine Auslandsmaßnahme befürworte, weil sie für „Life“ die Therparierung der außerhalb Deutschlands untergebrachten Kinder und Jugendliche übernehme. Das war auch bei dem Herner Jugendlichen Pascal der Fall.

Offenen Fragen zur Unterbringung im St. Josef-Heim

Antworten beziehungsweise Zahlen schuldig bleibt die Stadt Herne bisher in Sachen „St. Josef“. Zur Erinnerung: Nach WDR-Berichten über zweifelhafte Geschäfte zwischen der Gelsenkirchener Jugendamtsspitze und dem katholischen Kinderheim ist die Heimleiterin freigestellt worden; die Ermittlungen laufen.

Nach WAZ-Informationen soll die Stadt Herne seit rund zwei Jahren eine relativ hohe Zahl von Kindern im St. Josef-Heim untergebracht haben; davor soll diese Einrichtung kaum eine Rolle fürs Herner Jugendamt gespielt haben. Auf Linke-Nachfrage wies Jugendamtsleiterin Annette Frenzke-Kulbach dies im Jugendhilfeausschuss pauschal zurück. St. Josef sei belegt worden wie andere Träger auch. Eine konkrete Anfrage der WAZ, wie viele Kinder die Stadt Herne in den Jahren 2009 bis 2014 im St. Josef-Heim unterbrachte, hat die Stadt bisher unter Verweis auf den Streik im Sozialdienst nicht beantwortet.

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/herner-linke-will-freien-traeger-life-jugendhilfe-bannen-id10743912.html

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/jugendamtsleiterin-fordert-wertschaeftzung-von-asd-page2-id10743912.html

Lichtenberger (SPD) untragbar

Die Vorwürfe gegen Gerhard Lichtenberger (SPD Ratsmitglied) und seine Life Jugendhilfe haben sich bestätigt. Ja, es ist sogar schlimmer als zunächst angenommen.

child-554288_1280Die von dem Skandal Betroffenen hoffen und fordern immer wieder das Gleiche, der Jugendhilfe-Skandal muss Konsequenzen haben, für die Life Jugendhilfe und Gerhard Lichtenberger.

Es darf nicht sein, dass Jugendliche in das europäische Ausland abgeschoben werden und dabei Unternehmen wie Life die städtischen Jugendämter abkassieren.

Auch die Ex-Mitarbeiter von Unternehmungen, die durch Lichtenberger und seine Familie geführt werden, berichten von unzumutbaren Zuständen in den Unternehmen.

Seine ursprüngliche Tätigkeit als Leiter des Kinderheimes Overdycker Straße musste Gerhard Lichtenberger beenden, nachdem die Mitarbeiter massive Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten. Im anschließenden Prozess trennte man sich von Lichtenberger, die Vorwürfe wogen zu schwer.

Bei Life sollen ebenfalls Mitarbeiter auf fragwürdige Weise gekündigt worden sein, u.a. um Verwandte in dem Unternehmen unter zu bringen.

Die Jugendhilfemaßnahmen von Life stehen seit Jahren immer wieder in der Kritik. 2003 schon sind die Vorwürfe der staatlichen chilenischen Jugendbehörde die gleichen wie heute. Life bringt die Jugendlichen billig bei einheimischen Familien unter, die eine Betreuung kaum leisten können und kassiert selbst in Deutschland für die Maßnahmen dick ab. (taz vom 13.08.03).- Auch der Vorwurf der mangelhaften Beschulung wird bereits 2003 erhoben.

Wie der Fall Paul zeigt, läuft die Jugendhilfe bei Life auch heutzutage noch nach demselben Muster. 7.000 Euro pro Monat kassiert das Lichtenberger-Unternehmen vom Jugendamt, 800 davon gehen an den Betreuer in Ungarn, der davon Unterbringung, Verpflegung, sonstige Leistungen für Paul und sein eigenes Einkommen bestreitet. 6.200 Euro werden von Lichtenbergers Life-Jugendhilfe vereinnahmt (WDR – die story, vom 01.06.15).

Entsprechend spartanisch ist die Unterbringung und Betreuung in Ungarn, nach der massiven Kritik aus Deutschland wurde zumindest der Hof des Betreuers aufgeräumt. Eine Betreuung durch jemanden anderen als den ungarischen Handwerker und Hofbesitzer findet nicht statt. Anders als zunächst von Life angeben, ist der Betreuer auch nicht 63 sondern bereits 73 Jahre alt. Die Beschulung fand, anders als von Lichtenberger behauptet, auch nicht im benachbarten Dorf statt, sondern in einer Schule, die 30 km entfernt lag. Dort saß Paul 4 Stunden pro Woche vor einem Rechner und bekam Webunterricht aus Deutschland.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Paul ist wieder in Deutschland, die Jugendhilfemaßnahme war nicht länger tragbar und wurde beendet. Paul darf endlich bei seinen entfernten Verwandten in Deutschland wohnen, besucht wieder das Gymnasium. Schulleiter, Freunde und Verwandte und er selbst freuen sich, dass er wieder zurück ist.

Hilfebedürftige Jugendliche und Kinder in Maßnahmen ins Ausland zu schicken, wenn in Deutschland Stellen bereit stehen, die eine vernünftige Betreuung sicherstellen können, ist illegal. Dies führt Prof. Torsten Fischer in der neuen WDR-Reportage sehr deutlich aus (WDR – die story, vom 01.06.15). Exakt das aber ist im Fall Paul geschehen. Genau daran hat sich die Life-Jugendhilfe von Lichtenberger beteiligt und bereichert. (…weiterlesen…)

http://die-stadtgestalter.de/2015/06/04/lichtenberger-spd-untragbar/#more-2650

Jugendämter außer Kontrolle

Machtmissbrauch und Korruption: Suspendierter Behördenchef in Gelsenkirchen bereicherte sich offenbar. Willkür gegenüber einem Vater in Bonn

Das Fehlen jeglicher Dienstaufsicht für die deutschen Jugendämter treibt dunkle Blüten. Willkürliche Inobhutnahmen von Kindern, jahrelange Be- und Verhinderung des Kontaktes von Eltern zu ihrem Nachwuchs, die »Versorgung« privater Heimbetreiber und Jugendhilfeakteure mit Mündeln und Pflegekindern, ohne dass deren Tätigkeit auch nur ansatzweise kontrolliert wird – die Medienberichte über solche Vorfälle häufen sich. Meist spielt Geld eine große Rolle. Mindestens 50.000 Euro werden für ein in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebrachtes Kind jährlich ausgegeben, ein Großteil davon geht an private Gesellschaften, wie die im Februar erstmals ausgestrahlte ARD-Dokumentation »Mit Kindern Kasse machen« belegte.

Derzeit macht der Fall des ehemaligen Jugendamtsleiters von Gelsenkirchen, Alfons Wissmann, Schlagzeilen. Wie der WDR am Montag informierte, hat er offenbar finanziell von Reitfreizeiten profitiert, die die Stadt seit 1997 im ungarischen Orfü durchführt. Dies berichtete der WDR am Montag in einer Pressemitteilung. Nach Recherchen des Senders ist Wissmann Mitbegründer der »Gonda und Partner Reithof GmbH«, die für Gelsenkirchen bis heute Vertragspartner für die Unterkunft auf dem Reiterhof in Orfü ist. Allein in den letzten acht Jahren habe die Stadt für die Freizeiten mehr als 400.000 Euro ausgegeben. Auch der ehemalige Vizechef des Gelsenkirchener Jugendamts, Hans-Jürgen Meißner, besitzt laut WDR bis heute einen Teil des Hofes – und ist bis heute Gesellschafter der Gonda GmbH.

Wissmann und sein Stellvertreter Thomas Frings waren außerdem in den Skandal um die von ihnen gegründete Einrichtung für deutsche Heimkinder im ungarischen Pecs verwickelt, den der WDR schon Anfang Mai aufgedeckt hatte. Die Stadt schloss am 21. Mai mit Wissmann einen Auflösungsvertrag, Frings wurde fristlos gekündigt.

Wenn es jedoch um Rechtsbeugung, Willkür und – gerichtlich festgestellte – Falschaussagen von Jugendamtsmitarbeitern geht, kommt es nicht zu solchen Konsequenzen. Vielmehr wird deren Vorgehen von den Dienstherren in Gestalt der Landesbildungsministerien gedeckt (siehe dazu auch jWvom 20.4.). Und Petitionsausschüsse sehen keinen Handlungsbedarf, wie der Fall von Marco Schneider zeigt, über den am Montag der Bonner General-Anzeiger ausführlich berichtete. Der verzweifelte Vater hat seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner inzwischen fast 15jährigen Tochter. Er macht dafür maßgeblich das Jugendamt Bonn und einen freien Träger der Jugendhilfe namens »Kleiner Muck e.V.« verantwortlich. Letzterer wurde vom Amt mit einem sogenannten Clearing beauftragt. Der private Dienstleister sollte klären, ob die Wohngemeinschaft, in der das Kind mit seiner Mutter lebt, ein »geeigneter Lebensmittelpunkt« ist, berichtet der General-Anzeiger. Das Ergebnis: Ein Dauerauftrag für den Verein. Er leistet Erziehungshilfe für die Mutter und bekommt dafür jährlich 22.000 Euro. (…weiterlesen…)

https://www.jungewelt.de/2015/06-02/035.php

Vater: „Das Jugendamt hat mir nie eine Chance gegeben“

Sorgerechtsstreit in Bonn

Vater: „Das Jugendamt hat mir nie eine Chance gegeben“

BONN.  In einem mysteriösen Fall folgt das Bonner Jugendamt den Empfehlungen der Mutter und sendet fehlerhafte Angaben zum Familiengericht. Nach Jahren des Streits bleiben eine therapiebedürftige Tochter und ein verzweifelter Vater übrig. Dazu viele offene Fragen. Die Stadt Bonn will sich mit Hinweis auf den „Sozialdatenschutz“ nicht äußern.

Denkt Marco Schneider an seine Tochter, erinnert er sich an einen sonnigen Urlaubstag 2011 in Schweden. Die elfjährige Larissa möchte in einem Badesee um eine kleine Insel schwimmen. „Papa, kommst du mit? Alleine traue ich mich nicht“, sagt sie. Sie schwimmen gemeinsam, Seite an Seite. Schneider ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht: Es wird einer der letzten Glücksmomente zwischen Vater und Tochter sein. Wenige Monate später beginnt ein Sorgerechtsstreit zwischen den Eltern. Es kommt zum Gerichtsprozess. Das Verfahren um Larissa setzt eine Entwicklung in Gang, die für Schneider zwar noch nicht beendet ist, jedoch schon heute ein Ergebnis hat: Das Vater-Tochter-Verhältnis zwischen Larissa und ihrem Vater wird nie mehr dasselbe sein. Vielleicht ist es für immer zerstört. Wie konnte es dazu kommen?

Vor 20 Jahren. In einer Bonner Klinik lernen sich 1995 ein Krankenpfleger und eine Krankenschwester kennen. Er soll in dieser Geschichte „Marco Schneider“ heißen und sie „Tanja Fischer“. Die beiden werden ein Paar. Aufs Heiraten verzichten sie. Sie bekommen eine Tochter; nennen wir sie „Larissa“. Vier Jahre nach der Geburt des Kindes trennen sich die Eltern. „Wir haben uns auseinandergelebt“, sagt Marco Schneider. Larissa lebt nach der Trennung bei der Mutter, beim Vater ist sie regelmäßig zu Besuch. Fünf Jahre lang funktioniert das ohne Probleme.

Doch 2009 meldet sich überraschend das Jugendamt bei Marco Schneider. Er soll eine „Elternvereinbarung“ zu den Vater-Tochter-Treffen unterschreiben. Die Übernachtungen dürften außerdem erst weitergehen, wenn er seinem Kind ein Schlafzimmer anbieten könnte. Larissas Mutter hat der Behörde berichtet, dass Schneider in einer Ein-Zimmer-Wohnung auf 45 Quadratmetern lebt. Das Amt habe diese Wohnung nicht selbst besichtigt, sagt Marco Schneider. Der Mutter, die das Amt eingeschaltet hatte, sind die Mitarbeiter des Bonner Jugendamts vertraut, denn sie hat dort nach ihrem späteren Jurastudium einen Teil ihres Referendariats absolviert. Marco Schneider will keinen Konflikt und zieht deshalb in eine größere Wohnung.

Im Februar 2011 erleidet Tanja Fischer einen Schlaganfall. Die zehnjährige Larissa ruft den Rettungsdienst. Die Mutter muss ins Krankenhaus. Infolge des Schlaganfalls ist sie körperlich und seelisch beeinträchtigt. In dieser Zeit lebt Larissa bei ihrem Vater. Nach Tanja Fischers Reha nimmt Marco Schneider seine hilfsbedürftige Ex-Freundin vorübergehend bei sich auf, obwohl es die Beziehung zu seiner neuen Lebensgefährtin enorm belastet. Etwa sechs Monate später findet Tanja Fischer eine Wohnung mit Kinderzimmer in einem Bonner Mehrgenerationenhaus. Um die notwendige Renovierung, neue Möbel, um den Umzug – um alles kümmert sich Marco Schneider, so berichtet es die Einrichtungsleitung. „Ich wollte, dass Larissa und ihre Mutter nicht getrennt werden“, sagt Marco Schneider. Nachdem alles vorbereitet ist, entscheidet Tanja Fischer sich um. Sie zieht ins Haus einer Freundin. Weitere Mitbewohner sind deren Lebensgefährte, der Sohn der beiden sowie Hannah, Tochter der Freundin aus erster Ehe. In der Sechser-WG teilt sich Larissas Mutter, so berichtet eine Besucherin des Hauses, mit Larissa eine schmale Liege im Wohnzimmer. Einwände des Jugendamtes: keine.

„Von dem Moment des Einzugs an war keine normale Kommunikation mit der Mutter mehr möglich“, sagt Marco Schneider. Doch auch die Tochter verändert sich in den folgenden Monaten. Das berichtet die Klassenlehrerin des Kindes dem Vater; nennen wir sie „Frau Lysacek“. Dem GA bestätigt sie ihre Aussagen von damals.

Die Lehrerin kennt Larissa seit drei Jahren. In der Zeit nach dem Umzug bemerkt sie bei dem Kind „Zeichen körperlicher Verwahrlosung“. Larissa wirke blass und habe stark zugenommen. Auch ihre Noten verschlechtern sich. Larissa erzählt der Lehrerin, dass sie zu Hause keinen Rückzugsort zum Lernen habe. Lysacek versucht, mit der Mutter zu telefonieren. Vergeblich. Larissa richtet aus, es sei „im Moment kein Gespräch möglich“. Eine Stellungnahme auf GA-Anfrage lehnt die Mutter ab. Sie möchte sich dazu – wie auch zu dem gesamten Fall – nicht äußern.

Die Klassenlehrerin ruft das Jugendamt an
Irgendwann findet die Lehrerin die Situation unhaltbar. Sie beschließt, nachdem der Vater bereits das Jugendamt informiert hatte, ebenfalls den Kontakt zu suchen: „Ich rief mehrmals beim Jugendamt an, bis jemand bereit war, mit mir zu reden“, sagt Lysacek. Sie schildert einer Mitarbeiterin, was sie beobachtet hat, und bittet um ein persönliches Gespräch. Die Mitarbeiterin sagt es ihr zu, meldet sich aber nicht mehr. Stattdessen ruft ein anderer Mitarbeiter des Amtes an: Man werde sich der Sache annehmen und sie, Lehrerin Lysacek, über das Ergebnis informieren. Sie wartet vergeblich. Warum? Der GA hat der Stadt Bonn diese und andere Fragen Ende April gestellt. Am vergangenen Freitag antwortete das Presseamt: „Die Stadt kann und wird sich zu einem laufenden Jugendhilfefall nicht öffentlich äußern. Aus Sicht der Stadt verbietet sich eine öffentliche Darstellung grundsätzlich, weil dies nicht vom Gebot des Sozialdatenschutzes gedeckt wäre und die Gefahr besteht, dass das Kind identifizierbar wird. Das ist dem Kind nicht zuzumuten. (…) Die Stadt nimmt in Kauf, dass deshalb ihre Rolle nicht objektiv dargestellt wird, denn sie bewertet das Kindeswohl höher als das eigene Image.“

Im März 2012 fährt Larissa mit ihrer Schule auf Skifreizeit. Vielleicht ist sie bei der Abfahrt etwas unvorsichtig, vielleicht übermütig: Sie stürzt und verletzt sich. Es ist nichts Ernstes, doch weiterfahren kann sie nicht. Lysacek will die Mutter verständigen, doch Larissa lehnt ab: Sie möchte dies lieber selbst tun; sie befürchtet, dass die Mutter verängstigt werden könnte.

Im Laufe der folgenden Monate hört Marco Schneider einen Verdacht. Hannah, Tochter von Tanja Fischers Freundin und im selben Alter wie Larissa, sei angeblich zu Hause sexuell missbraucht worden. Eine Verwandte Hannahs hat das Jugendamt informiert. Auch fällt einem Lehrer auf, dass Hannah mit kreisrunden Brandwunden in die Schule kommt. Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass der Fachdienst Kinderschutz bei einer Überprüfung keine Anhaltspunkte für den Missbrauchsverdacht findet, doch das kann Marco Schneider zunächst nicht wissen. Er macht sich große Sorgen um Hannah und seine Tochter und alarmiert nun selbst das Jugendamt. „Ich wollte, dass man sich wieder gemeinsam an einen Tisch setzt“, sagt Schneider heute. „Es war der größte Fehler meines Lebens. Heute weiß ich: Ich hatte nie eine Chance.“

Schließlich trifft er bei einem Termin beim Jugendamt die Mitarbeiterin Frau W. – jene Sachbearbeiterin, die bereits seine Einzimmerwohnung als Übernachtungsort für Larissa beanstandet und Larissas Lehrerin nicht persönlich angehört hatte. Im Gespräch hat Marco Schneider nicht das Gefühl, dass Frau W. seine Sorgen ernst nimmt. Wenige Tage nach dem Gespräch schickt Frau W. ihm per Post eine Vereinbarung zur Unterschrift zu. Darin soll er sich verpflichten, sich nicht mehr bei Larissas Schule über seine Tochter zu informieren. Marco Schneider sucht Frau W. – ohne Termin – in deren Büro auf. Sie vermerkt in der Akte, dass Marco Schneider ausfallend geworden sei. Das streitet Larissas Vater nicht ab: „Ich bin laut geworden. Ich habe ihr gesagt, dass sie das Kindeswohl mit Füßen tritt.“ Ein weiteres persönliches Gespräch wird ihm Frau W. danach nicht mehr ermöglichen. (…weiterlesen…)

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