Grenzort Spielfeld: „Das Schlimmste, was ich jemals gesehen habe“

Der Grenzort Spielfeld ist das neue Zentrum der Flüchtlingskrise. Österreich kapituliert vor dem Ansturm aus Slowenien und öffnet für die Flüchtlinge die Grenze. Ergreifende Szenen spielen sich ab.

„Alle sofort setzen. Folgt unseren Anweisungen, und keine Kämpfe.“ Diese Ansage tönt in arabischer und englischer Sprache durch das Niemandsland an der Grenze zwischen Slowenien und Österreich. Die Flüchtlinge folgen den Anweisungen. Sie sind hungrig, durstig und von den Strapazen gezeichnet. Rund 1000 Menschen setzen sich auf den kalten Asphalt. Wer den Anweisungen nicht folgt, darf auch nicht weiterreisen, so die Drohung.

Der slowenisch-österreichische Grenzübergang Spielfeld ist das neue Zentrum der Flüchtlingskrise. Hunderte Flüchtlinge marschierten am Freitagmorgen auf den viel befahrenen Bahngleisen in Richtung Norden. Die Strecke wurde für den Eisenbahnverkehr gesperrt.

Das österreichische Bundesheer und die Polizei picken sich eine Gruppe heraus und stellen die Menschen in zwei Reihen auf. An einem Kontrollpunkt werden sie noch kurz aufgehalten. Als das Signal gegeben wird, dass es weitergeht, sprinten ein paar junger Männer auf den bereitgestellten Bus zu. Sie drängeln sich am Eingang und kämpfen darum, wer als Erster einsteigen darf.

Auf der Balkanroute, die über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien bis hierher nach Spielfeld führt, haben die Flüchtlinge bereits oft die Erfahrung gemacht, sich durchsetzen oder warten zu müssen. Eine Frau im Rollstuhl scheint den Kürzeren zu ziehen, weil sie aufgrund des Gerangels nicht an den Buseingang kommt. Die Panik vergeht jedoch schnell. Die österreichischen Beamten an der Grenze zu Spielfeld lassen nur 50 Personen gleichzeitig aus der Transitzone heraus. Jeder bekommt seinen Platz im Bus.

Nachdem Ungarn seine Grenzen zu Serbien und Kroatien mit Zäunen dichtgemacht hatte, war zuletzt Slowenien zu einem neuen Brennpunkt in der Flüchtlingskrise geworden. Von Samstag bis Freitagmorgen kamen nach Behördenangaben 47.510 Flüchtlinge in das nur zwei Millionen Einwohner zählende EU-Land. Die Menschen wollen meist weiter nach Österreich und Deutschland. Allein am Freitag kamen nach Polizeiangaben in Ljubljana 14.000 Flüchtlinge in Slowenien an. Am Vortag seien es 12.000 gewesen. Das kleine EU-Land fühlt sich mit dem Ansturm auf seine Grenze völlig überfordert.

„Die Busse machen uns das Geschäft kaputt“

 

Ein Joint und zwei beliebte Worte

 

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