Vorwürfe gegen Düsseldorfer Kinderhilfezentrum

Düsseldorf. Ein Informant benennt etliche Missstände in der Einrichtung. Das Jugendamt hat deshalb Honorarkräfte gekündigt und Mitarbeiter freigestellt. Die Prüfung der Vorwürfe läuft noch. Die Einrichtung ist seit Monaten stark überbelegt.

Die Vorwürfe eines anonymen Informanten sorgen dafür, dass das Jugendamt im Kinderhilfezentrum an der Eulerstraße massiv eingreift. Der stellvertretende Amtsleiter Klaus Kaselofsky übernimmt vorerst die Leitung der Einrichtung, in der Kinder in Notlagen untergebracht werden und die schon Ende Januar durch einen Missbrauchsfall in der Kritik stand.

Zwei Honorarkräften wurde gekündigt, drei feste Mitarbeiter wurden freigestellt. Polizei und Landesjugendamt ermitteln. Dezernent Burkhard Hintzsche und der Leiter des Jugendamts, Johannes Horn, haben am Montagnachmittag den Jugendhilfeausschuss in einer am Morgen anberaumten Sitzung informiert. „Wir wollen nichts vertuschen“, so Horn.

Auslöser ist eine Presseanfrage des ZDF vom vergangenen Mittwoch. Bei dem Sender hat sich ein Informant gemeldet, der eine lange Reihe von Vorwürfen erhebt und den Journalisten Bild- und Tonmaterial zugespielt hat. Unter anderem geht es in zwei Fällen um die Frage, ob Mitarbeiter eine Jugendliche ohne Grund fixiert haben. Außerdem soll eine alkoholisierte Honorarkraft einen 16-jährigen Flüchtling geschlagen haben. Darüber hinaus wirft der Informant den Mitarbeitern vor, diverse Vorschriften missachtet zu haben.

Stadt nimmt die Vorwürfe ernst

Die Stadt nimmt die Vorwürfe offenbar so ernst, dass sie sich schon vor Ausstrahlung eines Berichts zum Handeln entschloss – und am Montag Politik und Medien eine Vielzahl von Sofortmaßnahmen ankündigte. Zwei der von dem Informanten genannten Vorwürfe haben sich bereits bestätigt: Eine Honorarkraft wurde gekündigt, weil sie im Dienst alkoholisiert war. Zudem werden die Nasszellen im Wohnbereich der unbegleiteten Flüchtlinge nun drei bis vier statt nur ein Mal am Tag gereinigt, dazu kommen Putz-Aktionen mit den Jugendlichen. So sollen Hygienemängel beseitigt werden.

Andere Vorwürfe werden noch geprüft oder haben sich als falsch erwiesen. Es hat sich laut Jugendamt gezeigt, dass die Fixierung des Mädchens in einem der beiden Fälle gerechtfertigt war, da eine Selbstgefährdung vorlag. Zur Bewertung des anderen Falls wartet man noch auf die Aussage einer Mitarbeiterin. Johannes Horn betont, die Freistellung der drei Mitarbeiter bis zur Klärung des Sachverhalts geschehe lediglich aus „Fürsorgepflicht“, nicht als Folge von Verfehlungen.

Derweil laufen die Ermittlungen in den Missbrauchsfällen weiter. Wie berichtet, sollen zwei angeblich minderjährige Flüchtlinge – nach Informationen unserer Redaktion 15 und 22 Jahre alt – im Januar als Einzeltäter eine Zwölfjährige missbraucht haben. Sie wurden festgenommen. Die Polizei vernimmt derzeit Kinder in der Einrichtung.

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