„Ein dramatischer Einzelfall“

„Das war ein dramatischer Einzelfall“, stellt Willi Gillmann zu dem Fall des Zwölfjährigen fest, der in der vergangenen Woche zusammen mit der Polizei mit Gewalt aus der elterlichen Wohnung geholt und in ein Heim gebracht wurde. Mehr sagt der Leiter des Referats Jugend und Sport nicht zu dem Einsatz und beruft sich auf seine Schweigepflicht und den Datenschutz. Der Junge soll Schulverweigerer sein. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie gegen die beiden Polizisten ermittelt (wir berichteten).

Der Referatsleiter gibt jedoch Auskunft darüber, wie das Jugendamt im Allgemeinen in solchen oder ähnlichen Fällen vorgeht. Dabei macht er deutlich, dass das Jugendamt erst dann das Familiengericht einschaltet, wenn die Eltern bereits alle anderen Hilfen verweigert haben. Noch ungewöhnlicher sei es, wenn das Gericht verfüge, dass „unmittelbarer Zwang“ angewendet und „polizeiliche Ordnungskräfte“ hinzugezogen werden dürften. „Wenn es so weit kommt, dann haben die Eltern jegliche Zusammenarbeit − auch mit anderen Institutionen wie der Schule − komplett verweigert.“

Es sei bereits eine Ausnahme, wenn eine „Hilfe zur Erziehung“ gegen den Willen der Eltern eingeleitet werde, schilderte Gillmann. Normalerweise würden solche Hilfen von den Eltern beantragt. Dann prüfe das Jugendamt, was die Familie braucht, um ihr Kind gut erziehen zu können: familienergänzender oder -ersetzender Bedarf heißt das. Wenn die Eltern jedoch keinen Bedarf sehen, „dann müssen wir eine grundsätzliche Entscheidung des Familienrechts herbeiführen“.

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