Newsblog zu den Demos in Berlin-Mitte : Rechte Demo beendet – Michael Müller dankt Gegendemonstranten

12.50 Uhr: Ausgänge am Hauptbahnhof geschlossen. Am Hauptbahnhof, fast schon so was wie ein klassischer Treffpunkt bei rechten Demos (siehe die montagabendlichen Bärgida-Demos oder den sogenannten „Sturm auf den Reichstag“ vergangenes Jahr) hat die Polizei zwei Ausgänge geschlossen. Um 15 Uhr wollen von hier aus die „Merkel-muss-weg“-Leute losziehen.

12.45 Uhr: Linksfraktion ist am Start. Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus twittert dieses Bild:

Wenn man sich aber die Kleidung der Damen und Herren Abgeordneten so ansieht, beschleicht einen aber der Verdacht, dass dieses Foto nicht von heute sein kann…

12.20 Uhr: Das ist die Lage für den Verkehr: Das Regierungsviertel (siehe Karte) wird von der Polizei weitflächig gesperrt, der Aufmarsch der Rechten soll um 15 Uhr beginnen. Zur selben Zeit startet die evangelische Kirche am Brandenburger Tor. Um 17 Uhr soll die Demonstration am Gendarmenmarkt enden. „Berlin nazifrei“ trifft sich um 13 Uhr am Hackeschen Markt und läuft durch Mitte. „Liebknecht hätte es so gewollt“ ist eine weitere Demonstration in Mitte.

Die verschiedenen Demonstrationsrouten.

+++ Eine Demo, fünf Gegendemos – darum geht es: Populisten und Extremisten demonstrieren an diesem Sonnabend in Berlin gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, unter dem Motto „Merkel muss weg“. Die Polizei erwartet mehrere tausend Teilnehmer. Aber auch die Gegenseite ist präsent. Linke und bürgerliche Nazigegner wollen sich den Rechten entgegenstellen. Außerdem mobilisiert die evangelische Kirche – das dürfte ein Novum sein – zu einer eigenen Demonstration für Weltoffenheit und Toleranz.

Bis zu 6000 Rechte könnten kommen, heißt es. Das Spektrum sei wahrscheinlich ähnlich breit gefächert wie bei einer ersten Demo im März. Damals versammelten sich Pegida-Leute, Hooligans, Neonazis, NPD-Mitglieder, Anhänger von „Pro Deutschland“, der islamfeindlichen „German Defence League“ und der „Identitären Bewegung“, Rocker, Russlanddeutsche und „normale“ Wutbürger.

So dürfte es diesen Sonnabend im Berliner Regierungsviertel auch aussehen. Damit würde sich einmal mehr die Warnung von Verfassungsschützern bestätigen, in der weitflächigen Agitation gegen Flüchtlinge und den Islam bilde sich eine Mischszene aus Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Mit Anschluss an bürgerliche Schichten, die sich früher trotz ihrer Ressentiments gegen Migranten nie mit dem rechten Rand abgegeben hätten.

Als Redner sollen am Sonnabend einschlägig bekannte Personen auftreten, darunter der ehemalige Anmelder der „Legida“-Demonstrationen in Leipzig, Markus Johnke.

Das Gewaltpotenzial bei den für Sonnabend erwarteten Rechten wie auch bei den linken Gegendemonstranten hält die Polizei für kalkulierbar.

Die Berliner Polizei spricht von fünf Gegenveranstaltungen. Ob alle stattfinden oder einige zusammengelegt werden, ist jedoch offen. Die größten Demonstrationen werden die des Bündnisses „Berlin nazifrei“ und der evangelischen Kirche sein. Zu „Berlin nazifrei“ gehören antifaschistische Initiativen sowie Gewerkschaften und Parteien, darunter die SPD. Das Bündnis will jedoch anders als die Kirche die Rechten blockieren.

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http://www.tagesspiegel.de/berlin/newsblog-zu-den-demos-in-berlin-mitte-rechte-demo-beendet-michael-mueller-dankt-gegendemonstranten/13563254.html

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