Elmshorn : Der Kampf um Kinderbetreuung

Elmshorn | Für Kinder, die in einer Hortgruppe betreut werden, greift die Sozialstaffel des Kreises Pinneberg – jedoch nicht für Kinder, deren Betreuung in der Grundschule erfolgt. Im Klartext bedeutet das: Eltern mit niedrigem Einkommen müssen für die Betreuung an der Grundschule monatlich bis zu 250 Euro bezahlen, bei einem ähnlichen Angebot in einem Hort ist die Betreuung kostenlos.

Die Erklärung: Hortplätze werden nach dem Kindertagesstättengesetz mit einer Sozialstaffel gefördert – die noch relativ neue Betreuung an Grundschulen jedoch nicht. Mit dieser Situation hat sich jetzt der Kinder- und Schulausschuss der Stadt Elmshorn befasst.

Dazu gab es gleich zwei Anlässe: Zum einen hatte sich die Elmshornerin Sabrina Westphal an die Politiker – und per Facebook an den ganzen Kreis Pinneberg – gewandt. Die junge Mutter ist alleinerziehend und arbeitet in Teilzeit als medizinische Fachangestellte. Die Betreuung ihrer sechsjährigen Tochter in der Grundschule Hafenstraße kann sie sich nicht leisten. Der nächste Hort ist weit entfernt, die Plätze schnell vergeben. Sabrina Westphal fürchtet bereits, ihren Beruf aufgeben zu müssen, um ihre Tochter betreuen zu können. Und die Reaktionen auf ihren Facebook-Aufruf zeigen: Sie ist im Kreis längst nicht die Einzige mit diesem Problem.

Geldsorgen des Kreises

Zum anderen lag den Gemeindevertretern im Ausschuss ein Schreiben des Kreises vor, in dem es um die Förderung von Kinderbetreuung geht. Nach einem Erlass des Landes vom März 2016 können Kreise die Betriebskostenförderung für Horte flexibel – also auch für Betreuungsangebote an Schulen – einsetzen und damit die Kosten für die Eltern senken.

Ein Rundschreiben an alle Grundschulen im Kreis Pinneberg hat ergeben, dass lediglich acht Schulen die Voraussetzung für die Förderung erfüllen würden. Die Qualität der unterschiedlichen Betreuungsangebote sei nicht vergleichbar, ebenso wenig der Personalschlüssel. Und selbst die acht Schulen, von denen sich keine in Elmshorn befindet, erhalten die Förderung nicht. Denn dafür stehe kein Geld zur Verfügung. Die Mittel sind gedeckelt. Würde zusätzlich die Kinderbetreuung an Schulen gefördert, müsste die Bezuschussung für Horte reduziert werden.

Im Elmshorner Ausschuss war die Empörung groß. Die Kommunalpolitiker sehen auf zwei Ebenen Handlungsbedarf. Einerseits wollen sie die Entscheidung des Kreises anfechten, der die Elmshorner Grundschulen für die Förderung als ungeeignet eingestuft hat. Wie die zuständige Amtsleiterin Heike Rosemann erklärt, sind aus ihrer Sicht die Qualifikationen ausreichend, es habe Probleme beim Ausfüllen der Fragebögen gegeben. Andererseits wollen die Politiker beim Land erwirken, dass mehr Geld für die Schulkinderbetreuung zur Verfügung gestellt wird, um die Sozialstaffel auch für die Betreuung an Grundschulen zur Verfügung zu stellen und die Deckelung der Betriebskostenförderung aufzuheben.

Es geht nicht mehr weiter

 

Lösungen in Sicht

 

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http://www.shz.de/lokales/elmshorner-nachrichten/der-kampf-um-kinderbetreuung-id13809811.html

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