Silz: Kinderheim weist alle Misshandlungsvorwürfe zurück – Rechtsanwalt widerspricht: „Es ist passiert“

Silz/Lambrecht/Ludwigshafen – Schwere Vorwürfe erhebt Rechtsanwalt Michael Langhans gegenüber dem Kinderheim Maria Regina in Silz.

Körperverletzungen, manipulativer Druck, psychische und körperliche Misshandlungen sollen vorgekommen sein. Auch Vergewaltigungen unter den Heimbewohnern habe es gegeben.

Die Jugendhilfeeinrichtung Maria Regina in Silz gehört zur gemeinnützigen St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH in Ludwigshafen und betreibt auch das dortige St. Anna-Stift. Die Leitung in nun mit einer Pressekonferenz in Silz an die Öffentlichkeit getreten.

Die Vorwürfe, die Langhans gemeinsam mit Andrea Kuwalewsky, der Mutter eines Jungen, der vor zwei Jahren aus dem Heim geflüchtet ist, anbringe, seien unwahr, sagten Sprecherin Katja Hein, Geschäftsführer Marcus Wiechmann und die stellvertretende Leiterin des Heims und Erziehungsleiterin, Tanja Kaci.

V.li.: Katja Hein, Sabine Heyn (Leiterin Jugendamt Kreis Germersheim, erklärte allegmein die Vorgehensweise von Jugendämtern), Marcus Wiechmann, Tanja Kaci.

In Silz und auch im zweiten Heim in Ludwigshafen sollen laut Langhans und Kuwalewsky seit dem Jahr 2001 insgesamt an die 50 Kinder und Jugendliche misshandelt worden sein.

Ein weiterer Vorwurf von Langhans und Kuwalewsky: Bislang sei äußerst schlampig und schleppend ermittelt worden. Unter anderem seien Kinder ohne anwaltlichen Beistand und zusammen mit den mutmaßlichen Tätern befragt worden. Langhans selbst vertritt 23 Kinder und Jugendliche.

„Kampagne gegen das Heim“

Ausgeschlossen, dass so etwas in der Einrichtung vorgekommen sei, beteuerten hingegen Marcus Wiechmann und Katja Hein. Man habe sich sehr intensiv mit der Materie beschäftigt, mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet, intern genau recherchiert und sämtliche Dokumentationen nachgesehen: Es seien keine Vorfälle verzeichnet.

Frühere Ermittlungen und Anzeigen seien allesamt eingestellt worden, da sich die Vorwürfe als haltlos erwiesen hätten. Lediglich in zwei Fällen werde noch geprüft. Dort gebe es aber noch keine neuen Ermittlungsergebnisse. Was genau man den Einrichtungen vorwerfe, wisse man allein aus der Presse.

Die Einrichtung habe sich bislang nicht öffentlich zu den Anschuldigungen geäußert, erklärte Katja Hein, da der Schutz der Kinder und Familien Vorrang habe. Darüber hinaus gelte selbstverständlich die Schweigepflicht. Nun aber könne man die Diskreditierung der Mitarbeiter nicht länger hinnehmen.

Wiechmann warf Langhans und einigen seiner Mandaten vor, ehemalige Heimbewohner oder Eltern von aktuell im Heim unterbrachten Kindern regelrecht zu stalken und vermeintlichen Opfern für negative Aussagen Belohnungen von bis zu 5.000 Euro in Aussicht zu stellen. Aber: „Keiner der direkt ´Geschädigten´ hat Kontakt zu uns aufgenommen. Angebliche ´Beweise´ waren zweifelhaft.“

Auch sei Langhans auf keines der Gesprächsangebote des Trägers eingegangen und habe die Medien – von denen man ein wenig enttäuscht sei – für seine Kampagne instrumentalisiert. Mittlerweile habe man sich ebenfalls auf juristischem Weg gegen Rechtsanwalt Langhans gewehrt: Es sei ihm durch das Landgericht Landau untersagt worden, rufschädigende (ehrenrührige) Behauptungen gegen die Einrichtung zu verbreiten.

Die Vorwürfe seien als als Teil einer Kampagne zu bewerten, die im Zusammenhang mit mehreren nicht abgesprochenen und gesetzeswidrigen Selbstrückführungen von Kindern in ihre Ursprungsfamilien stehe, so Wiechmann. Die Kinder seien aber nicht ohne Grund im Heim untergebracht: „Den Entscheidungen der Jugendämter, die Kinder in unseren Einrichtungen unterzubringen, liegen hochproblematische Verhältnisse in den jeweiligen Familien zugrunde.“

Dass viele Ehemalige noch immer mit dem Heim verbunden seien, könne man an den zahlreichen Besuchern sehen, die immer wieder gerne zum jährlichen Sommerfest oder zu anderen Veranstaltungen kämen.

Ehemaliger Bewohner Hans K: „Niemals passiert“

Rechtsanwalt Langhans: Keine Rücknahme der Vorwürfe

 

 

 

 

(…weiterlesen…)

http://www.pfalz-express.de/silz-kinderheim-weist-alle-misshandlungsvorwuerfe-zurueck-rechtsanwalt-widerspricht-es-ist-passiert/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.