Warum das Landgericht Mahmoud W. freigelassen hat

STADE. Warum wurde Mahmoud W. nach seiner Verurteilung wegen schweren Raubes am 17. August vom Landgericht Stade aus der Haft entlassen, um dann noch vor Antritt seiner Freiheitsstrafe den Raub mit Todesfolge in Bützfleth begehen zu können?

Die Voraussetzungen für eine Haft hätten nicht vorgelegen, eine Wiederholungsgefahr wurde von der Strafkammer nicht gesehen, erläuterte ein Landgerichtssprecher gestern. Nur drei Wochen nach dem Urteil des Landgerichts Stade soll Mahmoud W. (nicht wie gestern geschrieben Mohamed W.) das Ehepaar Burmeister in Stade-Bützfleth überfallen  haben. An den Folgen des brutalen Überfalls in dem Einfamilienhaus ist wenig später der 79-jährige Fruchtgroßhändler Ernst Burmeister gestorben. Der flüchtige Deutsch-Libanese wird jetzt mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

Fluchtvorbereitung statt Strafantritt

Die erste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rolf Armbrecht hatte Mitte August den 25-Jährigen und einen Kumpanen wegen eines anderen schweren Raubes zu drei, beziehungsweise dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, allerdings auch eine Entziehungskur angeordnet. Der Haftbefehl gegen den seit dem 23. Januar in Untersuchungshaft sitzenden Mann wurde noch im Gerichtssaal aufgehoben. Zum Antritt seiner Freiheitsstrafe hätte er sich nach Aufforderung durch die Staatsanwaltschaft freiwillig melden müssen. Stattdessen hat er vermutlich seine Flucht vorbereitet und deshalb das Ehepaar in Bützfleth überfallen – mit den tragischen Folgen.  Gegen drei weitere Verdächtige, darunter ein Enkel des gestorbenen Fruchtgroßhändlers,  wird ermittelt.

„Die Voraussetzungen für eine weitere Haft lagen nicht vor, deshalb wurde der Haftbefehl aufgehoben“, sagte gestern Landgerichts-Sprecher Ulrich Ganzemüller dem TAGEBLATT. Die Strafkammer habe bei dieser Entscheidung den rechtlichen Rahmen gewürdigt und sei demnach zu dem Schluss gekommen, dass eine Wiederholungsgefahr nicht bestehe.

Rein rechtlich hätten die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Haft bis zum späteren Einzug in eine Haftanstalt nicht vorgelegen. Der Täter habe keine Vorstrafen gehabt, sei geständig gewesen und habe sich vor Gericht therapiewillig gezeigt. Außerdem habe er einen festen Wohnsitz in Stade nachweisen können. Aus diesen Umständen sei der Schluss gezogen worden, dass keine Wiederholungsgefahr und vor allem keine Fluchtgefahr bestehe.

Täter zeigte sich damals cool

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