Pflegekinder brauchen ein stabiles Umfeld

Wer Kinder aus problematischen Verhältnissen betreut, soll tolerant und belastbar sein.

Der Tod eines kleinen Mädchens in einer Pflegefamilie hat bei vielen Solingern die Frage nach den Standards aufgeworfen, nach denen Pflegeeltern ausgewählt und überprüft werden. Der städtische Pflegekinderdienst berichtet von strengen Vorgaben und einem engmaschigen Netz.

In der vergangenen Woche wurde ein knapp zweijähriges Mädchen, das in einer Höhscheider Pflegefamilie wohnte, mit schweren Verletzungen ins Klinikum eingeliefert. Die Ärzte dort konnten das Kind nicht mehr retten. Die Umstände des tragischen Vorfalls sind bisher nicht geklärt. Die Ermittler halten sowohl einen Unfall, als auch eine Körperverletzung mit Todesfolge für möglich. Unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen erklärte Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen gestern auf Anfrage, dass der Pflegekinderdienst Familien genau überprüfe, bevor das Jugendamt ihnen Kinder anvertraut, die aus problematischen Verhältnissen stammen.
Welche Voraussetzungen müssen Pflegeeltern mitbringen?

Von den Pflegeeltern erwartet das Jugendamt die Fähigkeit, auf kindliche Bedürfnisse einzugehen. Gefordert seien außerdem Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz im Umgang mit Familien und Kindern aus anderen Lebensverhältnissen. Allen müsse bewusst sein, dass die Betreuung von Kindern aus problematischen Verhältnissen sehr zeitaufwendig sei. Mindestens im ersten Jahr solle eine Bezugsperson „rund um die Uhr“ für das Pflegekind da sein.

Das Leben mit Pflegekindern sei nicht mit dem mit leiblichen Söhnen und Töchtern zu vergleichen, erklärt Claudia Thoste vom Vorstand des Vereins Pflegel (Pflege- und Adoptivelterninitiative). Wenn ein Kind aufgrund traumatischer Erlebnisse zum Beispiel besonders lärmempfindlich sei, müsse man sein Leben darauf einstellen. Pflegeeltern sollten dazu bereit sein, immer an sich zu arbeiten.
Was sind Ausschlusskriterien bei einer Bewerbung?

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https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/pflegekinder-brauchen-stabiles-umfeld-8433153.html

Nach Attentat auf Londoner Moschee

Mordanschuldigungen gegen Täter erhoben

Nach dem Angriff auf Muslime in London hat die Strafverfolgung dem mutmaßlichen Täter in Verbindung mit Terrorismus stehenden Mord und versuchten Mord vorgeworfen. Der Terroranschlag richtete sich gezielt gegen Muslime.

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http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nach-attentat-auf-londoner-moschee-mordanschuldigungen-gegen-taeter-erhoben.7049f7cf-9ada-4c48-af67-18c0ef66d93c.html

Mädchen stirbt in Obhut von Solinger Pflegefamilie

Staatsanwalt ermittelt

Solingen. Ein zweijähriges Mädchen aus Leverkusen ist vergangene Woche in Solingen gestorben. Es war seit einem Jahr in einer Solinger Pflegefamilie untergebracht. Die Todesursache des Kindes ist unklar.

Rund eine Woche, nachdem ein in einer Solinger Pflegefamilie untergebrachtes Kleinkind im Klinikum gestorben ist, herrscht weiterhin Entsetzen angesichts des Falls. Das zweijährige Mädchen war mit schweren Verletzungen, die es sich bei einem Sturz aus einem Hochstuhl zugezogen haben soll, ins Krankenhaus eingeliefert worden. Doch dort konnten die Ärzte der Kleinen zum Schluss nicht mehr helfen. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen.

Das bestätigte am Mittwoch der bei der Behörde für Kapitaldelikte zuständige Oberstaatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt auf Anfrage unserer Redaktion. Es gelte nun, die genauen Umstände zu klären, die zum Tod der Zweijährigen geführt hätten, sagte Kaune-Gebhardt, der zudem betonte, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen seien in einem Fall wie dem vorliegenden üblich. „Es ist normal, dass bei nicht feststehender Todesursache Untersuchungen durchgeführt werden“, unterstrich Oberstaatsanwalt Kaune-Gebhardt.

Viele offene Fragen

Solinger Pflegefamilie erst kürzlich überprüft

 

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http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/maedchen-aus-leverkusen-stirbt-in-obhut-von-solinger-pflegefamilie-aid-1.6898393

Anwalt durfte Senat „schlimmer als Roland Freisler“ nennen

Freispruch vor dem OLG München

Die Weigerung des Senats, seinem Antrag zu folgen, sei „noch viel perfider, noch viel abgründiger, noch viel hinterhältiger“ als der berüchtigte NS-Richter Roland Freisler, schrieb ein Anwalt. Keine strafbare Beleidigung, findet das OLG München

 

Roland Freisler gilt als Inbegriff des nicht bloß willigen, sondern lustvoll-drakonischen Vollstreckers des Unrechtsregimes des Dritten Reichs. Über 5.000 Todesurteile verhängte der Volksgerichtshof unter seiner Präsidentschaft, etwa die Hälfte davon wurde durch Freislers Senat ausgesprochen, darunter jene gegen die Geschwister Scholl und die Verschwörer des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944. Es ist daher wohl keine Überraschung, wenn die Mitglieder des 2. Strafsenats des Oberlandesgerichts (OLG) München sich wenig geschmeichelt fühlten, als sie 2015 in einer von einem Münchener Rechtsanwalt erhobenen Anhörungsrüge u.a. Folgendes zu lesen bekamen:

„Der Unterschied zwischen Ihnen und Roland Freisler liegt in Folgendem: Während Roland Freisler im Gerichtssaal schrie und tobte und überhaupt keinen Wert darauf legte, das von ihm begangene Unrecht in irgendeiner Weise zu verschleiern, gehen Sie den umgekehrten Weg: Sie haben sich ein Mäntelchen umgehängt, auf dem die Worte „Rechtsstaat“ und „Legitimität“ aufgenäht sind. Sie hüllen sich in einen Anschein von Pseudolegitimität, die Sie aber in Wahrheit in keiner Weise für sich beanspruchen können. Denn in Wahrheit begehen Sie – zumindest in diesem vorliegenden Justizskandal – genauso schlicht Unrecht, wie es auch Roland Freisler getan hat. So betrachtet ist das Unrecht, das Sie begehen noch viel perfider, noch viel abgründiger, noch viel hinterhältiger als das Unrecht, das ein Roland Freisler begangen hat: Bei Roland Freisler kommt das Unrecht sehr offen, sehr direkt, sehr unverblümt daher. Bei Ihnen hingegen kommt das Unrecht als unrechtmäßige Beanspruchung der Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie daher: Sie berufen sich auf die Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, handeln dem aber – zumindest in dem vorliegenden Justizskandal – zuwider.“

Der Dienstvorgesetzte der Senatsmitglieder erstattete daraufhin Strafanzeige, die zu einer Verurteilung des Anwalts durch das Amtsgericht (AG) München zu 60 Tagessätzen wegen Beleidigung führte (v. 02.10.2015, Az. 842 Ds 235 Js 132863/15). Die Verurteilung wurde durch das Landgericht (LG) aufrechterhalten (v. 16.02.2016, Az. 22b Ns 235 Js 132863/15), anschließend jedoch durch das OLG zurückverwiesen (v. 11.07.2016, Az. 5 OLG 13 Ss 244/16) und sodann durch einen anderen Senat des LG erneut aufrechterhalten (v. 30.11.2016, Az. 24 Ns 235 Js 132863/15 (2)). Diese Entscheidung hat das OLG unlängst wiederum aufgehoben und den Anwalt gem. § 353 Abs. 1, 354 Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) freigesprochen (v. 31.05.2017, Az. 5 OLG 13 Ss 81/17).

OLG: Richter müssen auch „überpointierte Kritik“ beim „Kampf ums Recht“ aushalten

„Trotz gegenteiliger Formulierung“ gar nicht persönlich gemeint?

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http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-muenchen-13ss8117-anwalt-beleidigung-senat-roland-freisler-meinungsfreiheit/?utm_content=buffer4aa24&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

Terror in London

Fahrzeug fährt in Menschenmenge – mindestens sieben Tote

Schon wieder Terror in London: Auf der London Bridge haben drei Attentäter mehrere Fußgänger überfahren, dann griffen sie eine beliebte Markthalle an. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, die Angreifer wurden getötet.

Bei einem Terroranschlag in London sind in der Nacht zu Sonntag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien drei männliche Angreifer getötet worden, teilte die Polizei in der Nacht mit.

Einsatzkräfte gaben an, mindestens 48 Verletzte in fünf verschiedene Krankenhäuser gebracht zu haben. Einige von ihnen schweben laut dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan in Lebensgefahr. Das britische Anti-Terror-Kommando hat die Ermittlungen übernommen. In den kommenden Tagen soll die Polizeipräsenz in der britischen Hauptstadt erhöht werden.

Zunächst war laut Polizei ein Transporter auf der London Bridge in Fußgänger gefahren. Danach fuhren die Attentäter weiter in Richtung Borough Market. Dort verließen sie das Fahrzeug und attackierten Menschen in Bars und Restaurants. Bewaffnete Polizisten erschossen die Männer acht Minuten nachdem sie über die Angriffe informiert worden seien. Die Täter trugen demnach Sprengwesten-Attrappen.

Premierministerin Theresa May hatte die Vorfälle zuvor als „potenziellen Terrorakt“ eingestuft. Für Sonntagmorgen wurde eine Krisensitzung des höchsten britischen Sicherheitsgremiums in London einberufen. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst noch völlig unklar.

Die Londoner Polizeichefin Cressida Dick geht davon aus, dass kein Verdächtiger mehr auf der Flucht ist. Allerdings müsse dies noch ganz sichergestellt werden. Die Gegend rund um die Tatorte werde genau untersucht, sagte sie am Vormittag.

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http://www.spiegel.de/politik/ausland/london-terroranschlag-transporter-faehrt-in-menschengruppe-a-1150642.html

Jugendbetreuer wegen 108-fachen Kindesmissbrauchs verurteilt

Das Hamburger Landgericht hat einen Jugendbetreuer zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Kontakt in kirchlicher Gruppe.

Hamburg. Wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern in 108 Fällen hat das Landgericht einen Jugendbetreuer zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Strafkammer entsprach damit der Forderung des Staatsanwalts und der beiden Nebenkläger. Der Verteidiger hatte die Strafforderung als nachvollziehbar bezeichnet. Der 43-Jährige hatte die Vorwürfe umfassend eingeräumt und die Opfer um Entschuldigung gebeten. Er nahm das Urteil sogleich an.

Das scheinbar milde Urteil stößt auf keine Kritik der Opfer. Die Anwältin des einen sagte, ihr Mandant habe sich „sehr darüber gefreut“, dass der Angeklagte sich für seine Taten entschuldigt hat. Für beide Opfer ist es laut ihrer Anwälte eine „Erleichterung“, dass der Mann ein Geständnis abgelegt hat. Im Vordergrund stehe für sie, dass die Schuld des Täters festgestellt wurde. „Das Strafmaß ist nicht so wichtig.“

Nach übereinstimmenden Angaben hatte der Angeklagte einen Elfjährigen, den er auf einem Flohmarkt kennengelernt hatte, zu sich nach Hause zum Computerspielen eingeladen und ihn dabei sexuell berührt. Innerhalb von rund drei Jahren wiederholte er das 54-mal, einmal davon auch während eines gemeinsamen Urlaubs.

Täter wendete keine Gewalt an

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http://www.abendblatt.de/hamburg/article210766727/Jugendbetreuer-wegen-108-fachen-Kindesmissbrauchs-verurteilt.html